Frage

Wie geht man damit um, dass man nicht Leistungsfähig genug für eine Vollzeitstelle ist?

LivelySlooth · Erstellt: 23.06.2026, 22:05

Ich bin jetzt 30 Jahre alt und als ich aufgewachsen bin war es schon fast ein Unding Teilzeit zu arbeiten. "Es ist ja so wenig, man verdient ja nix und die Rente ist kacke. Generell wer Teilzeit arbeitet ist ein Faulenzer und so einen Unsinn wie "Depressionen" oder "Burnout" hab es noch nicht." Das wären zumindest Worte, die ich von meinem Vater gehört hätte, wenn ich ihm diese Frage gestellt habe.Vor einigen Jahren versank ich in tiefer Depressionen und neben einem abgebrochenen Studium hatte ich nix. Irgendwann hab ich dann eine Therapie gemacht und die war so erfolgreich, dass ich jetzt Vollzeit arbeite. Zwischendurch musste ich immer mal wieder Therapie machen und nun arbeite ich 40 Stunden pro Woche nachdem ich von Teilzeit auf Vollzeit gewechselt bin. Nun merke ich aber, dass mir das Probleme macht. Ich hatte im letzten halben Jahr massive Schlafprobleme und ich habe angefangen Fehler in der Organisation meiner Arbeit zu machen. Falsch eingetragene Termine, die zu einem falschen Gehalt geführt haben und Kunden, die umsonst gekommen sind weil sich sie falsch eingeplant habe (Auch wenn mir der Fehler zum Glück nur einmal passiert ist). Ich bin völlig überfordert aber in meinem Kopf geistern Gedanken wie "Wenn ich jetzt wieder Teilzeit arbeite, dann mache ich ja einen Schritt zurück. Ich hab ich so weit entwickelt und jetzt das" Kommentare wie "50 Therapien sind doch ganz normal" von Kollegen geben mir das Gefühl in Teilzeit nicht normal zu sein. Ich habe außerdem Angst entlassen zu werden, wenn ich auf Teilzeit wechsel.Außerdem werde ich ja in die Altersarmut geraten. Ich bin mit chronischen Depressionen diagnostiziert aber ich habe immer versucht trotzdem so viel wie alle Anderen zu leisten. Weil ich meine Krankheit nicht als Ausrede nutzen wollte. Aber jetzt fühle ich wie es mich ausbrennt. Wie gehe ich damit um?